Zwei anonyme Führungskräfte mit verbundenen und getrennten CEQ-Datenpfaden

Co-Leadership

Co-CEO-Modell bei Zalando: Zwei CEOs, zwei Rankingprofile

Gemeinsame Unternehmensführung, unterschiedliche Datenprofile: Das Zalando-Beispiel zeigt Chancen und Grenzen eines CEO-Vergleichs im Co-CEO-Modell.

3 Minuten Lesezeit

Zalando wird im DAX CEO Ranking Q3 2026 mit zwei eigenständigen CEO-Profilen geführt. David Schröder steht auf DAX-Platz 31 und verbessert sich gegenüber der vorherigen Edition um einen Rang. Robert Gentz liegt auf Platz 34 und verliert fünf Positionen. Beide führen dasselbe Unternehmen, unterscheiden sich aber bei Amtszeit, öffentlicher Themenzuordnung und Rankingbewegung. Das macht Zalando zu einem aufschlussreichen Beispiel für die Frage, wie ein Co-CEO-Modell datenbasiert betrachtet werden kann.

Ein Unternehmen, zwei persönliche Vergleichsprofile

Der CEO Performance Index ordnet Personen ein, nicht nur Unternehmen. Auch wenn Unternehmenskennzahlen für beide Zalando-CEOs einen gemeinsamen Kontext bilden, können Medienpräsenz, Social Impact und Topic Leadership personenspezifisch ausfallen. Deshalb werden David Schröder und Robert Gentz nicht zu einem gemeinsamen Durchschnittsprofil zusammengeführt.

Diese Trennung ist analytisch wichtig. Ein Co-CEO-Modell verteilt Verantwortung, macht die beteiligten Personen aber nicht zu einer einzigen öffentlichen Figur.

David Schröder: Platz 31 und Top Topic AI

David Schröder wird seit September 2024 als CEO geführt. In der Q3-Edition steigt er von Platz 32 auf Platz 31 im DAX-Feld. Als Top Topic weist der Datensatz „AI“ aus.

Die Zuordnung bedeutet, dass künstliche Intelligenz die stärkste ermittelte Themenverbindung in der analysierten Datenlage ist. Sie sagt nicht automatisch, welchen Anteil Schröder an einzelnen KI-Initiativen hat oder wie erfolgreich diese wirtschaftlich sind.

Robert Gentz: Platz 34 und Top Topic Retail Media

Robert Gentz ist seit Oktober 2014 im Datensatz als CEO erfasst. In Q3 bewegt er sich von Platz 29 auf Platz 34. Sein Top Topic lautet „Retail Media“.

Damit stehen bei den beiden Zalando-Profilen unterschiedliche öffentliche Themen im Vordergrund. Der Unterschied ist relevant für die Positionierung, darf aber nicht als Beleg für eine klare interne Aufgabenverteilung gelesen werden. Dafür wären offizielle Angaben des Unternehmens erforderlich.

Was das Ranking über Co-Leadership zeigen kann

Ein personenbezogenes Ranking kann sichtbar machen:

  • wie sich zwei öffentliche Führungsprofile desselben Unternehmens unterscheiden,
  • welche Themen jeweils besonders stark zugeordnet werden,
  • wie sich ihre Positionen im gleichen Vergleichsfeld entwickeln,
  • ob persönliche Sichtbarkeit trotz gemeinsamer Unternehmensdaten auseinanderläuft.

Es kann dagegen nicht aus dem Rang ableiten, ob das Co-CEO-Modell effizienter ist, wie Entscheidungen intern verteilt werden oder welcher CEO für einen Geschäftseffekt verantwortlich war.

Co-CEO-Modelle brauchen klare öffentliche Zuordnung

Für Stakeholder stellt sich bei geteilter Führung eine zusätzliche Orientierungsfrage: Wer steht für welches Thema, welche Entscheidung und welche Form der Kommunikation? Eine klare Zuordnung kann helfen, Doppelungen zu vermeiden und Verantwortungsbereiche verständlich zu machen. Sie darf jedoch nicht künstlich konstruiert werden, wenn die tatsächliche Governance anders organisiert ist.

Das Zalando-Beispiel zeigt deshalb vor allem eine Messperspektive: Gemeinsamer Unternehmenskontext führt nicht automatisch zu identischem CEO-Standing.

Grenzen der Q3-Einordnung

Alle Positionen beziehen sich auf das DAX CEO Ranking Q3 2026 mit Datenstand 7. Juli 2026. Die Bewegung zwischen zwei Quartalen ist keine Bewertung des Co-CEO-Modells und kein Kausalnachweis. Die Methodik dokumentiert, welche Dimensionen in die personenbezogene Gesamtposition einfließen.

Quellen und Methodik

Redaktionelle Einordnung und wissenschaftliche Rankingdaten werden getrennt geführt. Die verlinkten Seiten dokumentieren Datenstand und methodische Grundlage dieses Beitrags.

  1. DAX CEO Ranking – Edition Q3 2026
  2. Methodik des CEO Performance Index